Konzept

Bild vom Kind

Das Kind ist eine eigenständige und selbstbestimmte Persönlichkeit, das sich in einer Gruppe entwickelt. Es in seiner Einzigartigkeit in unterschiedlichen Gruppenstrukturen zu stärken und zu unterstützen ist Ziel unserer pädagogischen Arbeit.

Wir Erzieherinnen respektieren die Individualität und den Rhythmus des Kindes und fördern es gemäß seinen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten. Wir begleiten das Kind auf seinem Lebensweg und zeigen ihm Wege und Möglichkeiten zur Gestaltung. Das Kind ist Teil der Natur und seiner Umwelt, durch die Auseinandersetzung in und mit ihr begreift es sich selbst. Kinder haben ein großes Bedürfnis nach Kommunikation und Austausch mit anderen Kindern. Im Spiel werden soziale Kontakte aufgebaut, Regeln und Normen erfahren und erste soziale und emotionale Kompetenzen geprägt.

Die Zweisprachigkeit (Spanisch/Deutsch) ermöglicht den Kindern eine frühe Erfahrung und Auseinandersetzung mit anderen kulturellen Eigenheiten.

Das Kind in der Gruppe

„Wenn man vom „ Bild vom Kind“ spricht, ist es streng genommen wenig sinnvoll, dabei an ein einzelnes Kind zu denken, denn Kinder sind in einem ganz grundlegenden Sinn „Gruppenkinder“. Zwar sind sie unmittelbar nach ihrer Geburt und in den ersten Lebensjahren noch ganz auf Erwachsene angewiesen und auf diese bezogen, aber sobald ihre motorischen und kommunikativen Möglichkeiten es zulassen, suchen sie den Kontakt zu anderen Kindern. Dies beginnt schon im ersten Lebensjahr.“ (Holger Brandes, Selbstbildung in Kindergruppen)

Das Kind entwickelt sich sowohl als Individuum, als auch als „Gruppenkind“. In den ersten Lebensjahren (bis ca. 3 Jahren) spielt das Kind meist allein oder zu zweit (dyadische Beziehung). Das Spielen allein, parallel zu den anderen Spielgruppen ermöglicht den jüngeren Kindern, Gruppensituationen zu beobachten, zu verstehen und im für sie richtigen Moment daran teilzunehmen. Im Spiel zu zweit lernen die Kinder sich mit zunächst einem Partner auseinanderzusetzen und im weiteren Verlauf mehr Kinder wahrzunehmen. Deshalb geben wir den Kindern so oft wie möglich den Raum zum Freispiel in großen oder in kleinen Gruppen.

Ab dem 3. und 4. Lebensjahr bilden die Kinder spontan und eigenständig meist Gruppen von 3 – 6 Kindern. Das findet nicht zwangsläufig statt, sondern bedarf der Kommunikation und Interaktion zwischen den Kindern. Lerntheoretisch kommt deshalb diesen Gruppen unter dem Aspekt der kindlichen Eigenaktivität eine bedeutsame Rolle zu. Intrinsische Lernsituationen werden dadurch gefördert.

Große Gruppen (ab 25 Kindern) schätzen wir auch positiv, da die Kinder lernen können, ein gemeinsames Ziel zu erreichen und die eigenen Bedürfnisse hinter dem „Gruppenbedürfnis“ zurück zu stellen. Das sind bei uns der Morgenkreis, Ausflüge und Aktivitäten mit mehr als 10 Kindern. Diese Gruppen bedürfen einer pädagogischen Anleitung. Die Fähigkeiten, die die Kinder in diesen großen Gruppen erwerben, wenden sie in späteren Lebenssituationen an, z.B. in der Schule, in der Hausgemeinschaft, in der Gesellschaft überhaupt.

In den unterschiedlichen Gruppen fördern wir folgende Werte und damit die emotionale und die soziale Intelligenz von uns Allen: Zuhören, Respekt, Toleranz, Gemeinschaftssinn, Gerechtigkeit (Fairness), Großzügigkeit, Empathie, Solidarität

Grundsteine der pädagogischen Arbeit/Struktur

Kinder entdecken die Welt spielerisch. In der Kindertagesstätte haben sie die Möglichkeit, ihre Neugier zu entfalten und so zu selbständigen Persönlichkeiten heranzuwachsen. Durch die Schaffung von Funktionsräumen erhalten die Kinder Anregungen und die Voraussetzung, sich weiter zu entwickeln. Dabei stehen ihnen unterschiedlichste Materialen zur Verfügung, die sie gemäß ihren Neigungen und Interessen altersgerecht nutzen können. So werden auf vielfältige Weise ihre Sinne angeregt. Mit Spaß und Lust können sie experimentieren und so ihren Forschergeist befriedigen. Sie können ihre Fähigkeiten auf bestimmten Gebieten vervollkommnen, aber auch neue Erfahrung sammeln. Die Funktionsräume sind: ein Bewegungsraum, ein Atelier, ein Bauraum, ein Rollenspielraum, die Bibliothek sowie Garten und Wald.

Die Kinder haben die Möglichkeit, ihr Spiel eigenständig zu planen und durchzuführen. Die Themen der Kinder werden von den Erzieherinnen aufgegriffen und weiterentwickelt. Somit können Kenntnisse vertieft und Prozesse gemeinsam mit den Erwachsenen verstanden und reflektiert werden.

In einer offenen Gruppenarbeit werden soziale Kompetenzen erworben, Regeln, Normen und Werte erfahren. Im täglichen Miteinander in einer altersgemischten Gruppe erwerben die Kinder unterschiedliche soziale Fähigkeiten. Gemeinsam mit den Erzieherinnen erlernen sie Toleranz und Respekt, das Lösen von Konflikten und erfahren Widersprüche. Sie lernen die Bedürfnisse der Anderen kennen und darauf Rücksicht zu nehmen. Die Erzieherinnen sind dabei auch Lernende, indem sie sich auf die Wirklichkeit und die Motivation der Kinder einlassen. Das Verhältnis untereinander ist von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt. Die Kinder erfahren, dass Erzieherinnen nicht alles wissen und können, aber gemeinsam suchen sie nach neuen Lösungen für Probleme und Antworten auf Fragen.

Das Lernen der jüngeren Kinder findet vor allem in Alltagsituationen statt. Daher sind wir achtsam bei der Gestaltung der Esssituation, des Schlafens und der Pflegesituation und sorgen dafür, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen sammeln und ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und äußern können. Das junge Kind geht bei der Erforschung der Welt vom eigenen Körper aus. Durch unsere Raumgestaltung und das Materialangebot unterstützen wir insbesondere die Wahrnehmungs- und Bewegungsentwicklung als Grundlage aller weiteren Lernschritte.

Eingewöhnung

Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Kindertagesstätte bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung für seine Fähigkeit, sich an neue Umgebungen anzupassen und Beziehungen zu fremden Personen aufzubauen. Während der ersten Zeit in der Kita ist das Kind mit unbekannten Räumen, fremden Erwachsenen und anderen Kindern konfrontiert. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an die tägliche mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Diese Veränderungen fordern dem Kind Lern- und Anpassungsleistungen ab, die selbst für ältere Kinder mit erheblichem Stress verbunden sein können. Auch sehr kleine Kinder sind durchaus in der Lage, sich an neue Umgebungen und Situationen anzupassen. Ganz besonders sie brauchen bei diesem Prozess die aktive Unterstützung ihrer Eltern.

Durch ihre bloße Anwesenheit im Raum schaffen die Eltern ihrem Kind einen „sicheren Hafen“, in den es sich zurückziehen kann, wenn es sich überfordert fühlt. Vor allem aber ist es für das Kind wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu den Erzieherinnen aufbauen zu können. Eltern und Erzieherinnen sollten sich dessen bewusst sein, dass sie diesen Prozess durch freundlichen Umgang miteinander positiv beeinflussen können. Wir wissen, dass es für die Eltern ein schwieriger Schritt ist, ihr Kind in andere Hände zu geben. Deshalb ist es wichtig, ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Erzieherinnen zu schaffen.

Die Eingewöhnung läuft prinzipiell wie folgt ab:

Besichtigung der Kindertagesstätte

Die Besichtigung findet in der Regel an unserem Info-Nachmittag am 1. Märzmontag von 16.30 Uhr bis 18:00 Uhr statt.

Erstgespräch mit Erzieherinnen, Eltern und dem Kind.

Im Erstgespräch wird das Konzept für die Eingewöhnung erläutert und über die familiären Bindungen des Kindes gesprochen. Das Gespräch findet mit der Erzieherin statt, die als Ansprechpartnerin für die jeweiligen Eltern bestimmt wird.

Eingewöhnungsphase

Die Eingewöhnungsphase kann nach Absprache mit einem gemeinsamen Kennenlernen beginnen. Zum Beispiel können Kinder und Eltern am ersten Tag von 9 bis 10 Uhr in die Kita kommen (Freispiel/Morgenkreis). Am zweiten Tag können sie von 10 bis 11 Uhr kommen (Freispiel/Aktivität), am dritten Tag zum Mittagessen oder Frühstück von 11:30 bis 12:30 Uhr bzw. von 8 bis 9 Uhr. Am vierten Tag beginnt dann die eigentliche Eingewöhnung. Diese findet bei uns in der Regel von 9 bis 10 Uhr statt. Je nachdem, wie lange das Kind die enge Bindung zu den Eltern noch braucht, kann die erste Trennung für eine halbe Stunde spätestens ab dem 7. Tag der Eingewöhnung stattfinden. Danach wird die Dauer der Trennung langsam verlängert, immer nach Absprache und orientiert an den Bedürfnissen des Kindes und seiner Eltern.

Wichtig ist aus unserer Sicht, dass die Eltern sich vom Kind verabschieden, wenn sie gehen. Das bedeutet für das Kind eine klare Situation: meine Eltern gehen und ich bleibe in der Kita. Das Kind hat das Recht, frei seine Gefühle dazu auszudrücken, indem es z.B. weint. Für die Sicherheit und das Wohlbefinden des Kindes ist es notwendig, dass die zeitlichen Absprachen eingehalten werden. Aus pädagogischer Sicht bedeutet das Abholen eine Übergabe des Kindes mit einem kurzen Gespräch und dem anschließenden nach Hause gehen.

Mahlzeiten

Den Kindern wird in der Kita durchgängig Vollwertkost angeboten. Es gibt drei Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen und Vesper. Frühstück und Vesper werden von den Erzieherinnen vorbereitet. Das Mittagessen wird von einem Cateringservice geliefert.

Essen wird nicht nur als Ernährung verstanden, sondern ist auch ein zentraler Punkt im Tagesablauf. Das gemeinsame Essen ist eine Quelle der Freude und Lebenslust. Es bietet die Möglichkeit, in kleinen Gruppen Tischgespräche zu führen.

Durch abwechselungsreiche Kost werden die Kinder ermuntert, neue Geschmacks-richtungen zu entdecken und eine Esskultur zu entwickeln.

Gemeinsamer Beginn und Ende der Mahlzeiten werden ritualisiert. Durch das Mithelfen beim Decken und Abräumen der Tische und des Servierwagens wird die Selbständigkeit der Kinder gefördert.

Mittagsruhe/Schlafen

Von 12.30 – 14.30 gibt es eine Mittagsruhe. In dieser Zeit erholen sich die Kinder vom erlebnisreichen Vormittag. Um auf die unterschiedlichen Rhythmen und Bedürfnisse der Kinder einzugehen, haben alle Kinder die Möglichkeit zu schlafen. Der Rollenspielraum und der Bauraum werden zu Schlafräumen umfunktioniert. Kinder ab 4, die kein Schlafbedürfnis haben, nehmen am einem Stuhlkreis und teil.

Sprache

„Pipilota“ ist eine bilinguale Kindertagesstätte, in der Spanisch und Deutsch gesprochen wird. Spanische und deutsche MuttersprachlerInnen vermitteln den Kinder im alltäglichen Handeln in unaufgesetzter und natürlicher Weise beide Sprachen. Die Kinder erleben die Sprache als Kommunikation, über die sie Beziehungen aufbauen, ihr soziales Miteinander erweitern und die Welt entdecken.

Die Lust auf Sprache wird durch Spiele, Musik, Literatur, Bewegung und vielfältigste Reize gefördert.

Der Morgenkreis, das Mittagessen, das Anziehen, pflegerische Tätigkeiten, das Schlafengehen und der Stuhlkreis finden immer in der jeweiligen personengebundenen Muttersprache statt. In immer wiederkehrenden Abläufen spricht jede ErzieherIn ihre Muttersprache. So kann durch ständige Wiederholungen und korrektives Feedback der Wortschatz der Kinder gefestigt und erweitert werden.

Bei individuellen Aktivitäten können die ErzieherInnen zwischen den Sprachen wechseln, wenn es ums Verständnis geht und nicht der Wortschatzaufbau im Vordergrund steht. Selbstverständlich sind die spanische und deutsche Sprache in der Kindertagesstätte gleichwertig, Kommunikation findet grundsätzlich in beiden Sprachen statt.

Alle Familiensprachen der Kinder werden von uns gleichwertig geschätzt, in Alltagssituationen gehen wir auf sie ein und integrieren sie in unserer Arbeit.

Individuelle Beachtung der Bedürfnisse der Kinder, die im Folgejahr eingeschult werden

Bildung und Erziehung beginnt mit der Geburt. Kinder jeder Altersstufe haben spezifische Bedürfnisse. Unsere Aufgabe ist es, diese zu erkennen und darauf ein zu gehen. In diesem Sinn ist die gesamte Arbeit in der Kita „Vorschularbeit“. Um die Arbeit mit den Kindern, die im Folgejahr eingeschult werden, zu charakterisieren, nennen wir sie „Werkstattarbeit“ und diese Kinder „Werkstattkinder“.

Die Werkstattarbeit findet unter Anderem als Teil der Stuhlkreisarbeit statt, mit dem Ziel, bereits erworbene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse anzuwenden und zu erweitern.

Stuhlkreiskinder sind in unserer Kita die Kinder ab 4 Jahren, die nicht mehr regelmäßig Mittagsschlaf halten. Mit ihnen arbeiten wir nach dem Mittagessen in unterschiedlichen Aktivitäten, die mit dem Stuhlkreis beginnen.

Unsere Ziele dabei sind:

Entwicklung von demokratischem Verständnis in der Gruppe fördern.

Auseinandersetzung mit der Umwelt erweitern.

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein stärken.

Selbstmotivation für sich und in der Gruppe finden.

Meinungen, Gefühle ausdrücken.

Entscheidungen treffen können und Konsequenzen verstehen und respektieren lernen.

Sinn von Regeln verstehen lernen.

Kritik äußern und annehmen können, diskutieren.

Reflektieren des eigenen Handelns und der gemeinsamen Aktivitäten, um weitere Vorhaben planen zu können.

Verfestigen und Erweitern des Wortschatzes und Satzbaus in spanischer und deutscher Sprache.

Verbessern der Feinmotorik.

Konzentrationsfähigkeit erhöhen.

Methode:

In unserer Kindertagesstätte arbeiten wir nach unterschiedlichen Methoden. Eine ist das „Interessenzentrum“, das heißt, wir haben große Themen in der Kindertagesstätte wie z.B. Jahreszeiten, Körper, Stadt, usw. und arbeiten rund um diese Themen in unterschiedlichen Angeboten mit verschiedenen Techniken und Aktivitäten. Innerhalb dieser Interessenzentren gibt es Aktivitäten, die speziell an die Stuhlkreiskinder gerichtet sind. Außerdem arbeiten wir mit den Stuhlkreiskindern in pädagogischen Projekten. Das bedeutet, aus einer Situationsanalyse heraus beschließen Kinder und Erzieherinnen gemeinsam ein Thema, was vertieft werden soll. Zusammen werden Strategien entwickelt, um dieses Thema zu erarbeiten. Die Stuhlkreisgruppe dokumentiert ihre Arbeit. Kinder und Erzieherinnen reflektieren regelmäßig den Prozess.

Werte, die wir vermitteln:

Wertschätzung der eigenen Arbeit und der Arbeit anderer, Respekt und Achtung gegenüber den Menschen und der Umwelt

Spaß und Lebensfreude

Lust am Arbeiten

Überwindungskraft

Einsicht in Notwendigkeiten

Neugierde

Phantasie

Kooperation und Kommunikation

Hilfsbereitschaft

Dabei ist wichtig: Prozess und Resultat sind gleichwertig.

Inhalte:

Die Stuhlkreisinhalte umfassen dieselben Bereiche, wie die der gesamten Gruppe. Unterschiede bestehen im Wesentlichen darin, dass es eine intensivierte und individualisierte Arbeit ist. Die Inhalte entsprechen den Bildungsbereichen des Berliner Bildungsprogramms:

Körper, Bewegung, Gesundheit

Soziales und kulturelles Leben

Kommunikation: Sprache, Schriftkultur und Medien

Bildnerisches Gestalten

Musik

Mathematische Grunderfahrungen

Naturwissenschaftliche und Technische Grunderfahrungen

Übergang in die Schule:

Die Werkstattkinder werden von uns Erzieherinnen verstärkt in ihrer Selbständigkeit gefördert. Sie übernehmen schrittweise mehr Verantwortung für sich selbst und für die Gruppe im Kita-Alltag. Wir begleiten sie in dieser Zeit intensiv und individuell. Ihre Bedürfnisse und Fragen werden gemeinsam besprochen und in allen Foren (Morgenkreis, Stuhlkreis, Tischgesprächen) thematisiert. So können sie positiv motiviert werden.

Auch für die Familien sind wir in dieser Zeit verstärkt Ansprech- und Informationspartner. Für Sorgen und Ängste sind wir offen.

Unsere Kita hat als Kooperationspartner die Staatliche Europaschule „Hausburgschule“. 1x jährlich gibt es ein Treffen mit dem Direktor, LehrerInnen und ErzieherInnen zum Informationsaustausch.

Bislang gibt es die Möglichkeit, mit den Werkstattkindern eine Probestunde in der Schule zu besuchen.

Sexualpädagogik

Definition:

Sexualität ist eine allgemeine Lebensenergie, die in allen Phasen des menschlichen Lebens körperlich, geistig, seelisch und sozial wirksam ist. Sie ist ein menschliches Grundbedürfnis in jedem Alter und hat vielfältige Ausdrucksformen.

In der Kindlichen Sexualität gibt es keine Trennung zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität. Kinder lieben in diesem Sinne ganzheitlich. Ihre Sexualität ist keinesfalls mit der der Erwachsenen gleichzusetzen, sondern in einem viel umfassenderen Sinn zu verstehen. Kinder leben ihre Sexualität egozentrisch, d.h. auf sich selbst bezogen. Sie kennzeichnet sich durch Unbefangenheit, Spontanität, Entdeckungslust und Neugierde.

Ziel:

Begleitung der Kinder in ihrer sexuellen Entwicklung. Die ErzieherInnen schaffen den Rahmen für eine gesunde Entwicklung der kindlichen Sexualität, da diese für den Prozess der ganzheitlichen Identitätsentwicklung der Kinder notwendig ist.

Umsetzung:

Wir erreichen das, indem wir:

die körperliche Wahrnehmungsfähigkeit unter Einbeziehung aller Sinne und die Entwicklung eines positiven Körpergefühls fördern.

Kinder darin unterstützen, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken

den sexuellen Ausdrucksformen von Kindern Raum geben

Kinder ermuntern, ihren eigenen Wahrnehmungen zu trauen und das NEIN zu ungewollten Körperkontakten und Situationen unterstützen

Kindern ihre eigene Körperlichkeit und Intimität zugestehen und ihnen einen respektvollen Umgang mit dem Körper und den Empfindungen anderer aufzeigen

mit Kindern über Sexualität sprechen, d.h. Kinder befähigen, sprachfähiger zu werden, Fragen zu stellen oder Ängste zu äußern

Kinder ermutigen, Grenzüberschreitungen, Verletzungen und Gewalt zurückzuweisen

den geschlechtsspezifischen Blick mit einbeziehen, den Umgang zwischen Kindern wahrnehmen und auf problematische Verhaltensweisen wie Auslachen oder unfaire Attacken hinweisen

geschlechterspezifische Vorurteile wahrnehmen, thematisieren und nicht tolerieren

Kinder über Geschlechtsunterschiede und die geschlechtlichen Körperfunktionen, über Zeugung, Schwangerschaft und Geburt nach Bedarf altersgerecht informieren

„ Sexualpädagogik findet statt, auch wenn sie gar nicht geplant und beabsichtigt wird“

Die ErzieherInnen werden ihr Wissen zu diesem Thema kontinuierlich vertiefen und sich dabei von Fachpersonal/ Organisationen unterstützen lassen.

Für die ErzieherInnen ist der verantwortungsvolle Umgang mit dem Thema „Kindliche Sexualität“ ein wichtiges Kriterium qualitativ hochwertiger pädagogischer Arbeit.

Kinderschutzkonzept

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafung, seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. (BGB $1631. Absatz 2)

Pflege und Erziehung der Kinder ist das natürliche Recht der Eltern und die zu förderst ihnen obliegende Pflicht. Über die Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. (Grundgesetz der BRD. Artikel 6. Absatz 2)

Trägerverantwortung

Unser Trägerverein Pipilota e. V. ist sich der Wichtigkeit des Kinderschutzes bewusst. Er unterstützt das pädagogische Team bei der Umsetzung und stellt die dazu erforderlichen Ressourcen bereit. Diese sind insbesondere regelmäßige Reflexionszeit Teamsitzungen, Supervision, Konzeptionstage, sowie die Möglichkeit für alle Mitarbeiter zur Fortbildung den Kinderschutz betreffenden Themen. Die Kooperation mit anderen Institutionen ist ausdrücklich erwünscht

Teamverantwortung

Als Team achten wir auf unsere Haltung gegenüber den Kindern, überprüfen unsere
Verhaltensgrundsätze und setzen uns für den bestmöglichen Schutz unserer Kinder ein. Wir wenden keine Formen von Gewalt an, lassen sie wissentlich zu oder dulden sie.

Gewalt unter Kindern beurteilen wir vom entwicklungspsychologischen Standpunkt aus. Wenn das Wohl der Kinder gefährdet wird, greifen wir ein und schützen die betroffenen Kinder.

Wir begleiten die Kinder vor dem Hintergrund demokratischer Grundsätze. Wir sind uns unserer Macht als Erzieherinnen bewusst und wenden sie zum Schutz des Kindes und der Gruppe an und reflektieren sie regelmäßig.

Wir setzen uns mit den Themen auseinander. die eng mit dem Kinderschutz verknüpft sind (Kinderrechte, kindliche Grundbedürfnisse, entwicklungspsychologische Grundlagen, kindliche Sexualität. Gender, Präventionsprogramme zur Stärkung von Kindern, Verfahren zum Schutz bei Kindeswohlgefährdung).

Wir reflektieren unser eigenes Handeln und Denken, sowie das der KollegInnen. Wir nutzen die Supervision und die Teamsitzungen, um Kritik zu äußern und anzunehmen.

Prävention

Unsere Präventionsarbeit basiert auf den grundlegenden Rechten der Kinder. Diese sind I. das Recht auf Gleichbehandlung. 2. das Kindeswohl hat Vorrang. 3. das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung. 4. Achtung vor der Meinung und dem Willen des Kindes. (UN Kinderrechte)

Um die Einhaltung der Rechte zu gewährleisten, beteiligen wir die Kinder am täglichen Miteinander. Beteiligung bedeutet für uns, dass die Kinder das gemeinsame Leben in der Pipilota – (Kinder)gruppe mitbestimmen können. Die Gruppe hat ein Recht darauf, dass die Kinder pünktlich in die Kita kommen oder auf Information über ihren Verbleib. Nur so ist Mitbestimmung und Beteiligung überhaupt möglich.

Die Formen der Beteiligung sind vielfältig und abhängig vom Entwicklungsstand der Kinder.
Neben der Äußerung von Vorschlägen und Meinungen z.B. im Morgenkreis oder Stuhlkreis gehen wir individuell auf das einzelne Kind ein und nehmen es ernst.
Diese pädagogische Haltung wird durch alle Pipilota ErzieherInnen vertreten.

Das Freispiel sehen wir als hohes Gut, und es ist für uns Voraussetzung für die Beobachtung des einzelnen Kindes sowohl als Individuum als auch in der Gruppe. Hier haben wir die beste Möglichkeit, neben Interessen und Themen auch Sorgen, Ängste und Auffälligkeiten im Verhalten der Kinder zu erkennen.

Wichtige Beobachtungen können wir mit den Eltern gezielt besprechen und in unterschiedlichen Formen thematisieren (z.B. Entwicklungsgespräche, Tür-und Angel-Gespräche)

Beteiligung der Eltern

Wir beteiligen die Eltern an unserem pädagogischem Konzept und nehmen ihre Ideen und Vorschläge auf. Wenn es passt setzen wir sie um. Es gibt klare Beteiligungsstrukturen, in Form von Elternabenden, Mitgliederversammlungen, über die Elternsprecherinnen, den Vorstand, Gesprächen oder auf schriftlichem Weg. Raumgestaltung. Eltern nehmen an Projekten teil, setzen eigene Projekte um oder unterstützen uns in Form von Elterdiensten (Ausflüge, Unterstützung während der Teamsitzungen, zu Festen und Feiern, als Küchenunterstützungen).
In Eingewöhnungsgesprächen und am Tag der offenen Tür werden (zukünftigen) Eltern Strukturen transparent gemacht.

Beteiligung des Teams

Das Team ist an allen Entscheidungen sowohl auf konzeptioneller, organisatorischer als auch finanzieller Ebene beteiligt. 2 ErzieherInnen stellen gemeinsam mit 2 Eltern den Vorstand.

Beschwerdemöglichkeiten

Generell sehen wir Beschwerden als Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Sie dienen dazu Abläufe und Strukturen, aber auch persönliches Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern.

Beschwerdemöglichkeiten Kinder

Die Kinder in unserer Kita haben das Recht sich über andere Personen, Handlungen oder Situationen zu beschweren. Wir animieren die Kinder ihre Beschwerden in den Morgen- und Mittagskreisen oder jederzeit individuell bei uns Erzieherinnen oder anderen Kindern zu äußern.

Ihre Anliegen werden von uns Erzieherinnen gehört und angemessen behandelt. In unserer pädagogischen Arbeit sehen wir es als wichtig an, von Anfang an ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen, so dass sie sich jederzeit frei und sicher fühlen können, ihre Anliegen zu äußern. Wir motivieren und unterstützen die Kinder dabei, sich bei Beschwerden untereinander direkt an das betroffene Kind zu wenden und so mit Hilfe von Kommunikation Konflikte individuell und in der Gruppe lösen zu lernen.

Beschwerdemöglichkeiten Eltern

Eltern können ebenfalls die Möglichkeit zur Beschwerde nutzen. Es stehen ihnen unterschiedliche Wege zur Verfügung: Sie können sich vertrauensvoll an uns Erzieherinnen wenden, über einen Elternvertreter Kontakt aufnehmen oder ein Vorstandsmitglied ansprechen. Die Beschwerden werden besprochen und es wird versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden. Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit zu Gesprächen mit dem gesamten Team. Gegebenenfalls im Beisein der Elternvertreter oder mit Mitgliedern des Vorstandes. Findet sich keine befriedigende Lösung, wird
eine externe Fachkraft hinzugezogen (ISOFEE bzw. Mediatorin). (siehe Elternarbeit!)

Beschwerdemöglichkeiten Team

In unseren wöchentlichen Teamsitzungen besteht für uns Erzieherinnen jederzeit die Möglichkeit zur Beschwerde. Die ersten 15 Minuten der Teamsitzung werden zur Reflexion genutzt. Monatlich finden Supervisionen statt. Probleme, die in diesem Forum nicht gelöst werden können, können an den Vorstand oder an Elternvertreter herangetragen werden. Bei Bedarf kann ebenfalls eine externe Fachkraft (ISOFEE etc.) um Hilfe gebeten werden.

Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung:
siehe Broschüre im „Leitfaden zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes“ S.55 + 58

Kinderyoga

Mit den Kindern wird Yoga praktiziert. Kinder die möchten nehmen teil. In kleinen Gruppen üben wir im Bewegungsraum ca. eine halbe Stunde. Dafür wird vorher ein entsprechendes Ambiente geschaffen, Yogamatten kreisförmig hingelegt, abgedunkelter Raum, Musik und “ Entspannungsringe“, das sind Holzringe, die sich die Kinder auf den Bauch legen um ihre “Atmung in dem Bauch“ zu spüren.

Die Yogastunde ist folgendermaßen aufgeteilt:

Körperentspannung ( Ankommen / zur Ruhe kommen)

Die Kinder legen sich auf eine Matte, legen den “Entspannungsring“ auf ihren Bauch und kommen zur Ruhe. Musik oder eine Geschichte helfen ihnen dabei. Durch das Spüren des Körpers in der Ruhe, das Wahrnehmen des Atems und das Loslassen von Körperspannung, werden die Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und Entspannungsfähigkeit gefördert und lernen sich von ablenkenden äußeren Einflüssen zu lösen.

Spielerische Yogaübungen

Die Yogaübungen werden in Geschichten, Sprechversen und Spielen eingebunden. Sie sind spielerisch aufgebaut und werden nach Tieren oder der Natur benannt, Hunde, Katzen, Löwen, Bäume, Sonne usw. Die Kinder versetzen sich in die Rolle der Tiere, Pflanzen oder Himmelskörper und merken sich auf diese Weise die entsprechenden Positionen. Das Üben geschieht ohne jeglichen Leistungsdruck. Die Kinder machen die Übungen so, wie sie es können, durch das Wiederholen werden sie langsam sicherer, die Übungen vertieft und korrekter ausgeführt. Die Ziele der Yogaübungen sind die Kräftigung des Körpers und die Stärkung der Muskulatur, die Förderung der Konzentration und des Gleichgewichtes sowie die Schulung der Koordination und Körperwahrnehmung.

Massage

Die Kinder suchen sich einen Partner und massieren sich gegenseitig.
Massagen schulen die Körperwahrnehmung und fördern das Miteinander. Die Kinder lernen, dass Massagen angenehm und entspannend sind. Wichtige Regeln müssen allerdings eingehalten werden: die Wirbelsäule wird nur gestreichelt und wenn etwas unangenehm ist, darf das Kind sich äußern. Der Partner stellt sich darauf ein und ändert die Massage so, dass es dem Kind gut tut.
Hierbei lernen die Kinder ihren Körper neu Wahrzunehmen und zu spüren, auf ihre Empfindungen zu hören und diese mitzuteilen. Ebenso lernen sie den Körper des Anderen zu achten und ihm etwas Gutes zu tun.

Unser Leitsatz beim Kinderyoga ist: „Es geht nicht darum, der Beste oder der Schnellste zu sein, es geht darum, “ich selbst” zu sein.“


Waldpädagogik

In unserer Kita ist der wöchentliche Waldtag fester Bestandteil unseres pädagogischen Konzepts, der Planung und der Organisation des Betriebes. Alle Kinder ab 3 Jahren werden nach Absprache mit ihren Eltern und dem ErzieherInnen-Team Waldkinder, das heißt, sie nehmen am wöchentlichen Waldtag teil. Ausnahmen müssen aus organisatorischen Gründen zwei Tage im Voraus abgesprochen werden.

Für den Wald haben die Kinder einen Waldrucksack mit Essen und Trinken für den ganzen Tag dabei. Sie lernen, ihr Essen selbst zu tragen, einzuteilen oder auch mit anderen Kindern zu teilen, wenn sie wollen.

Der Waldtag findet bei jedem Wetter statt. Deshalb sind die richtige Kleidung und das Schuhwerk wichtig. Die Kinder können Erfahrungen sammeln, wie man sich im Winter warm halten kann, welche Kleidung vor Regen schützt oder vor Sonne und Hitze. Dabei erfahren die Kinder ihre eigenen Grenzen.

Der Wald ist der vom Menschen am wenigsten veränderte Lebensraum in unserer Umgebung. Er bietet vielfältige Möglichkeiten zur unmittelbaren Naturerfahrung und dem Lernen mit allen Sinnen. Durch verschiedene Spiele werden die Sinne geschult und die Wahrnehmung der Kinder gefördert. Dabei steht die Wissensvermittlung zwar nicht im Vordergrund, die Kinder haben aber vielfältige Möglichkeiten, um durch eigene Beobachtung, aber auch durch Fragen ihr Wissen zu erweitern. Wichtiger aus unserer Sicht ist, dass die Kinder den Wald als einen schönen Ort kennen lernen, der sich als Spielort eignet, in dem man aber auch kognitiv lernen oder sich erholen kann. Da wir immer in denselben Wald fahren, fühlen die Kinder sich in ihm bald sicher -zu Hause-, er wird zu “ihrem” Wald, sie sind emotional an ihn gebunden und an seiner Veränderung im Lauf der Jahreszeiten interessiert und beteiligt.

Auf dem Weg in den Wald und an Ort und Stelle selbst gelten unsere Waldregeln, die wir gemeinsam mit den Kindern erarbeiten und besprechen. Dabei ist es uns wichtig, besonderes Augenmerk auf den Respekt der Kinder für die Lebewesen des Waldes, Tiere und Pflanzen, und somit für das Leben an sich zu legen.

In besonderem Maße wird im Wald die Motorik der Kinder gefördert. Das Laufen auf dem unebenen Waldboden, das Klettern oder das Sich-Verstecken hinter einer Bodenwelle fördern den Gleichgewichtssinn und die Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder für ihre Umgebung.

2011 Pipilota Konzept Druckversion

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